Unser angehender Azubi Florian Werres und Fahrer unseres Downhill Teams IK Pivot Cycles Germany hat die Ehre in diesem Jahr wieder für das deutsche Junioren Team an der DH-Weltmeisterschaft teilzunehmen.
Hier bei uns im Blog berichtet er über seine Erlebnisse in Down-Under:

Genial, wenn man nach Australien fliegen darf… noch genialer, wenn es als Teilnehmer zur Downhill Weltmeisterschaft in Australien (Cairns) ist! Also nichts wie alle Sieben Sachen packen und rein in den Flieger!

Tag 1 & 2

Nach einem langen Flug von Frankfurt nach Singapur (12h), 8 Stunden Aufenthalt dort und 7 Stunden Flug nach Cairns kam ich mit den anderen deutschen Teamfahrern endlich morgens um 10 Uhr an.  Der Jetlag ist zum Glück mehr als ertragbar  Als aller erstes bauten wir natürlich gleich unsere Räder auf, schwammen im Pool und erkundeten anschließend die vielen Trails und die Stadt in Cairns.

Tag 3 & 4

Das Wetter hält sich zum Glück noch immer perfekt, auch wenn es zu Beginn nicht danach aussah. Den Tag verbrachten wir mit ein paar lockeren Enduro Runden und ließen den Abend mit einem leckeren BBQ am Pool ausklingen. Am nächsten Tag fuhren wir ein paar Downhill-Läufe, um uns mit unseren Rädern und dem Boden vertraut zu machen. Die Tage zur WM werden immer weniger und ich freue mich riesig!

Tag 5 bis 8

Die Tage sind lang aber super spaßig und die Vorfreude steigt! Am Dienstagmorgen machten wir noch ein paar DH-Abfahrten (geschuttelt) und besichtigten am Nachmittag ein Tierreservat mit Krokodilen, Kängurus und vielen anderen typisch australischen Tieren.
Dann endlich konnten wir am Donnerstagmorgen auf DIE Strecke. Der Trackwalk im Dschungel war heiß und die Strecke versprach spaßig zu werden – sie war super trocken. Dann hieß es früh schlafen gehen, um für das anstehende Training am Tag darauf fit zu sein. Schon Donnerstagmorgen war es super warm und die Strecke kam mir noch staubiger vor. Nach der ersten Abfahrt war klar, die Strecke ist echt schnell und sie wird eine Herausforderung für mich. Wir werden sehen wie es läuft…
Alles in allem ist das Ganze eine riesige Erfahrung und ich freue mich mein Land vertreten zu dürfen.

Rennfieber… Endlich geht’s ins Rennwochenende!

Das Rennwochenende fing ziemlich gut an. Der erste Trainingstag lief super und ich gewöhnte mich schnell an die Strecke. Am zweiten Tag war wieder frühes Aufstehen angesagt, da unsere Trainingszeit schon um 7:45 Uhr anfing. Das lief super und wir machten uns für den Seedingrun bereit. Ruhig und gut aufgewärmt ging ich an den Start. Der Run lief super, bis zu den unteren Kurven. Ich blieb mit meinem Ellbogen an einem Baum hängen und stellte mich und mein Rad quer. Ich ging zu Boden, konnte aber sofort wieder aufstehen und weiterfahren. Am Ende reichte es nicht für eine gute Position, aber ich sah an meinen Zwischenzeiten vom oberen Teil der Strecke, dass ich ziemlich gut gefahren bin.
Wir Junioren fuhren später dann noch zu der hiesigen Kartbahn  und verbrachten dort entspannt den Nachmittag.

Der nächste Tag verlief wieder normal und ich absolvierte fleißig mein Training. Abends gingen wir gemeinsam im nächstgelegen Restaurant noch essen.

Der Finaltag – und eine schwere Entscheidung

Dann kam auch schon der große Finaltag und ich freute mich tierisch. Ich hatte mir vorgenommen zwei Trainingsläufe zu fahren, was mir zum Verhängnis wurde… Denn im zweiten Lauf stürztet ich ziemlich schwer im Steinfeld und konnte leider nicht mehr weiterfahren. Sofort spürte ich, dass etwas nicht stimmte, ich konnte meine linke Hand kaum mehr bewegen und auch die Kraft reichte nicht aus, den Lenker anständig festzuhalten. Also schob ich enttäuscht neben der Strecke runter. Ich ging sofort zum deutschen Teamarzt, dieser meinte, dass die Hand wahrscheinlich gebrochen sei. Jetzt lag die Entscheidung bei mir, ob ich das Rennen fahren möchte. Eine schwere Entscheidung…

Aber ich war nicht nach Australien geflogen, um zuzuschauen! In letzter Minute entschied ich mich also doch zu fahren, wir tapeten die Hand straff und los ging es! Wen wundert es, ich fuhr ziemlich langsam und konnte nicht alle meiner Linien ausfahren, irgendwie merkte ich doch, dass die Hand nicht ganz in Ordnung ist. Ich versuchte im Zielsprint alles zu geben, um noch etwas Zeit aufzuholen. Am Ende reichte meine Zeit für den 45. Platz. Das war zwar nicht das Ergebnis, für welches ich nach Australien gekommen bin – aber ich war froh, dass ich überhaupt an den Start gegangen bin.

Zum Abschluss schauten wir uns noch das Finale der Damen und Herren an und dann hieß es schnell packen und auf zur Party.  Morgens um 7 Uhr ging es direkt zum Flieger und nach insgesamt 30 Stunden Reisezeit kam ich endlich zu Hause an.

Klar war es mir wichtig, dass ich hier dann direkt zum Arzt ging. Er konnte feststellen, dass die Hand zum Glück nicht gebrochen war, sondern „nur“ stark geprellt.

Ich hatte eine super Zeit in Australien und bin dankbar, dass ich die Chance hatte dabei zu sein! Ein wahnsinnig tolles Erlebnis!

Vielen Dank an alle die das möglich gemacht haben!